Kennzahlen und ihr Nutzen!?



Beispiel: Erträge pro Pflegekunde

Bei Pflegedienst 1 liegt diese Kennzahl bei 803,- €. Pflegedienst 2, Mitglied im gleichen Verband, kommt zu einem Wert von 342,34 €, wobei beide Pflegedienste wirtschaftlich gut dastehen. Wer ist nun besser?

Zunächst drängt sich die Frage auf: auf welcher Basis wurden die Kennzahlen ermittelt?

  • Auf der Basis aller Pflegekunden, einschließlich der Pflegegeldbezieher, die nur Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI erhalten?
  • Ohne Pflegegeldbezieher?
  • Haben beide Pflegedienste die gleiche Leistungspalette verglichen, also die Kunden SGB V und SGB XI sowie Privat oder hat ein Pflegedienst darüber hinaus auch Mobile Soziale Dienst oder vielleicht sogar Kunden aus Essen auf Rädern hier gezählt?
  • Wie sind die Kunden praktisch gezählt? Wird der Kunde, der sowohl SGB V als auch SGB XI erhält, einmal oder zweimal gezählt?

So unklar die Definition der Kennzahl, so unklar auch die Aussage aus dieser Kennzahl:

Der Pflegedienst mit dem hohen Umsatz hat

  • Gute Aussichten, weil er pro Pflegekunde viele Leistungen verkaufen kann!?

  • Schlechte Aussichten, weil sich der Umsatz auf wenige Pflegekunden konzentriert: fallen diese weg, ist das Risiko ungleich höher als wenn der identische Umsatz auf mehr Köpfe verteilt ist!?

  • Gute Aussichten, weil durch die hohe Leistungsmenge pro Kunde vermutlich auch die Einsätze länger dauern und damit effektiver sind!?

  • Schlechte Aussichten, weil der Umsatz pro Kunde nicht sehr viel weiter zu steigern ist, damit die Wachstumsperspektiven eher eingeschränkt sind!?

Der Pflegedienst mit dem niedrigen Umsatz hat

  • Schlechte Aussichten, weil der offensichtlich keine Leistungen verkaufen kann!?

  • Gute Aussichten, weil sich der Umsatz auf viele Kunden verteilt; so reißen Kundenabgänge keine großen Löcher in die Planung und somit in das Betriebsergebnis

  • Schlechte Aussichten, weil durch die hohe Kundenzahl die Menge der Einsätze vermutlich höher ist

  • Gute Aussichten, weil der Umsatz pro Kunde noch gesteigert werden kann!?

Das Beispiel zeigt sehr deutlich: Ohne eine verbindlich definierte Basis sind Kennzahlen nicht zu gebrauchen. Danach bleibt immer noch die Frage, was welche Kennzahlen nützen und ob sie überhaupt etwas hilfreiches aussagen.

Mehr dazu: "Kennzahl ist nicht gleich Kennzahl" Mit dynamischen Kennzahlen schnell die wirtschaftliche Notlage des Betriebs erkennen (aus: Häusliche Pflege 01/2003)

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Dynamische Kennzahlen - Eine Kennzahl für den Alltag



Ausgangsfrage: Wie kann die Einrichtung schnell und in hohem Maße verlässlich sehen, ob das Verhältnis der Einnahmen zu den Ausgaben stimmt, und das monatlich möglichst schnell?

Da die Kosten im wesentlichen Personalkosten sind, ist das Verhältnis vom monatlichen Umsatz zu den tatsächlichen Personalkosten die Kennzahl, die sich monatlich nicht negativ zu Lasten der Personalkosten entwickeln darf. Wird weniger Umsatz gemacht, gibt es auch weniger Arbeit und damit müssen auch die tatsächlichen Personalkosten zurück gehen.

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