Unternehmensberatung
für die Ambulante Pflege
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Kein Wort wird in der Pflege so oft missbräuchlich verwendet wie das Stichwort "wirtschaftlich".
Beispielsweise: "Der Pflegedienst ist nicht mehr wirtschaftlich zu führen";
gemeint ist allerdings: "Der Pflegedienst arbeitet nicht (mehr) kostendeckend."
"Die Mitarbeiter müssen wirtschaftlicher arbeiten"!
Gemeint ist vermutlich: "Die Mitarbeiter sollen mehr Umsatz pro Stunde erbringen."
Wirtschaftlich im Bereich der Pflege heißt nur, dass die Leistungen so effektiv wie möglich erbracht werden auf der Grundlage der vertraglich vereinbarten Qualität: aktivierende Pflege nach dem allgemein anerkannten Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse (siehe auch folgende Grafik).
Effektiv meint damit beispielsweise:
Die Kleine Morgentoilette bei einem Pflegekunden mit Parkinson dauert als aktivierende Pflege 45 Minuten, lt. Vergütungsvereinbarung wird dafür nur 10,- € in Rechnung gestellt. Trotzdem ist die Leistung wirtschaftlich erbracht, der Mitarbeiter durfte gar nicht schneller arbeiten, ohne gegen die Qualitätsanforderungen (aktivierende Pflege) zu verstoßen.
Bei einem anderen Pflegekunden dauert die Kleine Morgentoilette diesmal nur 7 Minuten. Der Mitarbeiter bleibt noch drei Minuten länger. Der Preis für diese Leistung liegt auch bei 10,- €. Im zweiten Beispiel hat der Mitarbeiter klassisch 'unwirtschaftlich' gearbeitet: er hat mehr Mittel (Zeit) eingesetzt, als er zum eigentlichen Auftrag (Kleine Morgentoilette) benötigt hätte.
Diese Beispiele zeigen: Eine wirtschaftliche Arbeitsweise ist nicht gleichbedeutend mit einem ausgeglichenen Betriebsergebnis. Dies hängt auch wesentlich von der Vergütung ab. Ob diese in jedem Fall oder zumindest als Mischpreis über alle Fälle leistungsgerecht ist, wie es das Pflegeversicherungsgesetz verlangt, darf aus der Praxiserfahrung heraus mitunter bezweifelt werden. Als Lösung sind dann jedoch nur Vergütungsverhandlungen vorgesehen, nicht jedoch Qualitätskürzungen.
Dreh- und Angelpunkt der wirtschaftlichen Betriebsführung ist die Ambulante Einsatzplanung. Tatsache ist allerdings, dass viele Leitungskräfte die Einsatzplanung in ihren Fortbildungen nicht thematisch behandelt haben. Auch ein spezielles Fachbuch zum Thema "Ambulante Einsatzplanung" gibt es erst seit 2006.
Grundlage jeder Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist eine verursachungsgerechte Kostenrechnung. Erst aus der Analyse der Kostenrechnung und evt. der Dynamischen Kennzahlen können geeignete Schritte für weitere Veränderungen unternommen werden, wie beispielsweise das Führen von Vergütungsverhandlungen.