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(Auswertungen der Bundes- und Landespflegestatistiken)
Das statistische Bundesamt hat die aktuellen Zahlen der Pflegestatistik, vor allem das Verhältnis der Pflegegeldleistung zu professionellen Leistungen dahingehend kommentiert, dass der „Trend zur Profi-Pflege ins Stocken gerät“. Dies ist auch der Titel der CAREkonkret vom 02.01.2009.
Betrachtet man sich die konkreten Zahlen und deren Verhältnisse im Detail, kann man diese allgemeine Aussage so nicht stehen lassen:

Betrachtet man diese Zahlen wie das Stat. Bundesamt auch im prozentualen Verhältnis (Grafik 2), so wird eine sehr interessante Entwicklung deutlich:

Vergleicht man die prozentualen Veränderungen zum vorherigen Zeitraum (Grafik 3), auch im Verhältnis zur Steigerung der Pflegebedürftigen insgesamt, zeigt sich folgendes Bild:
Im Verhältnis zu 2005 gibt es 5,56% mehr Pflegebedürftige. Die Steigerungsraten der professionellen Pflege sind insgesamt über alle Jahre gleich geblieben, bei über 5 %.
Der Pflegegeldbezug hat in 2007 deutlich zugenommen, nachdem in den vergangenen Jahren abgenommen hat. Im Verhältnis zu den Vorjahren sind sowohl die ambulante als auch die teilstationäre Pflege zum Teil deutlich gewachsen.
Die Heimpflege, die bisher Zuwachsraten von über 5 % hatte, ist nun erstmals unter 5 % Zuwachsrate abgesunken.

Um auf die Einleitung zurück zu kommen: wollte man hier eine der Datenlage genauer entsprechende Überschrift formulieren, müsste man eher sagen: „Der Trend ins Pflegeheim gerät ins Stocken bzw. ist erstmalig rückläufig!“.
Hier finden Sie die PDF-Version des Artikels.
Die alle 2 Jahre erhobene aktuelle Pflegestatistik ist auf Bundesebene mit Datenstand vom 15.12.2005 veröffentlicht worden. Die Bundesdaten zeigen unterschiedliche Entwicklungen der verschiedenen Trägergruppen auf. Insgesamt gibt es Ende 2005 mehr Pflegedienste als 2003, insgesamt nun 10.977. Einige interessante Tendenzen werden sichtbar:

1. Die Anzahl der Wohlfahrtspflegedienste nimmt ab, während die Privaten deutlich wachsen (siehe Grafik oben). Allerdings sagt die Anzahl der Pflegedienste noch nichts über die tatsächlichen Marktanteile an versorgten Kunden aus. Lt. Pflegestatistik hat zwar die Anzahl der Wohlfahrtsdienste abgenommen, aber die Anzahl der versorgten Kunden pro Einrichtung (von 56 auf 58) zugenommen. Damit könnte es sich hier im Wesentlichen um Konsolidierungsmaßnahmen (Zusammenfassung von kleineren Einheiten) handeln.
2. Betrachtet man die Pflegedienste nach Größengruppen, ergibt sich folgendes Bild.

Es gibt auf den ersten Blick eine erstaunliche Entwicklung bei den sehr kleinen Pflegediensten. Diese haben zum Teil stark zugenommen. Wenn man die Zahlen nach Anbietern darstellt, sind dies vor allem private Pflegedienste. Allerdings lässt sich das Wachstum der Gruppe mit bis zu 10 Pflegekunden mit Existenzgründern aus Bayern erklären, denn dort sind von den 147 neuen Diensten allein 137 entstanden. Nach Ansicht der dortigen Pflegeverbände sind dies vor allem aus Kliniken entlassene Pflegefachkräfte, die sich auf Anraten der Arbeitsagenturen selbständig gemacht haben. Viele der Einrichtungen haben schon nach einem Jahr wieder geschlossen, dies wird aber erst mit der Pflegestatistik 2007 zu überprüfen sein. Insgesamt entwickeln sich die größeren Einrichtungsgruppen weiter, das Wachstum bei den kleineren Einrichtungstypen geht vor allem auf private Einrichtungen zurück.

3. Die Tendenz geht weiter zu größeren Einheiten, das macht sich auch an der Zahl der versorgten Kunden pro Dienst bemerkbar. Selbst bei den Privaten (mit den vielen neuen sehr kleinen Diensten) hat dennoch die Anzahl der Kunden pro Dienst zugenommen (von 42 auf 43 in 2005).
4. Es gibt auch eine kleine Steigerung der Einrichtungen in öffentlicher, in der Regel kommunaler Trägerschaft, deren Anzahl um 10 gestiegen ist. Ob es sich hier tatsächlich um neu gegründete Dienste oder um lediglich jetzt in der Pflegestatistik erstmals erfasste Dienste handelt, wird erst nach Veröffentlichung auch aller Länderdaten zu klären sein.
Hier finden Sie die PDF-Version des Artikels.
Eine erste Auswertung zur Pflegestatistik 2003, die vom Statistischen Bundesamt am 15.12.2003 veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit dem Problem einer möglichen Fehlinterpretation, da aufgrund unterschiedlicher Datenquellen vermutlich nicht immer alle Pflegedienste erfasst wurden.

Hier finden Sie diesen Artikel inklusive eines Vergleichs mit den Daten aus 2001 als PDF-Version.
In Deutschland gibt es ca. 10.000 Pflegedienste: wie heterogen diese in Trägerschaften und Größen sind, zeigt eine Marktanalyse auf der Basis der Daten der Pflegestatistik 2001 mit Stand vom 15.12.2001.

Überraschend ist, das von den 10.500 Pflegediensten
betreuen.
Selbst wenn man zusätzliche SGB V-Kunden berücksichtigt, können diese Pflegedienste nicht mehr als 5 bis 6 Mitarbeiter beschäftigen. Mit dieser Personalressource sind die durch das PQSG geforderten weitergehenden Qualitätssicherungs- und -entwicklungsmaßnahmen kaum umzusetzen.
Weiterhin versorgen
und
Zusammenfassend bedeutet dies, dass ca. 20 % der Pflegedienste (Rote Gruppe) dauerhaft und weitere 20 % (Gelbe Gruppe) wahrscheinlich Schwierigkeiten haben werden, ihren Versorgungsauftrag zu erfüllen. Spannend sind die länderspezifischen Unterschiede.
Mehr dazu in der Untersuchung:
Untersuchung auf der Basis der Pflegestatistik 2001 von Andreas Heiber
Inhaltsverzeichnis und Auszug aus der Untersuchung
Die Studie in der Fachpresse:
CAREkonkret vom 30.04.2004: Marktanalyse: Rund 40 Prozent der Dienste mit Zukunftsproblemen"
CAREkonkret vom 07.05.2004:Analyse: Hoher Organisationsgrad in der Branche
Häusliche Pflege 7/2004: "Viele riskante Betriebsgrößen" Pflegedienste im Deutschlandvergleich - auf der Basis der Pflegestatistik 2001
Untersuchung auf der Basis der Pflegestatistik 2001
Bestellmöglichkeiten im SysPra Online-Shop:
72-seitige vierfarbige Gesamtuntersuchung: Download-Version
jeweils 8-seitiger spezieller Länderteil: Download-Version