System & Praxis

Unternehmensberatung Ambulante Pflege

           

Andreas Heiber
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SysPra Newsletter

4. Jahrgang

03/2009

10.11.2009


Sehr geehrte Damen und Herren,

kurz vor dem Jahresende ein neuer Newsletter von SysPra.

Noch immer ist die Umsetzung der Pflegeversicherungsreform 2008 in vollem Gange, einiges ist noch nicht fertig wie zum Beispiel der neue "80er" = Gemeinsamen Maßstäbe und Grundsätze der Qualität (§ 113). Die Qualitätsprüfungsrichtlinie (einschließlich PTVA) ist indes schon fertig und kommt nun langsam in die praktische Umsetzung, die Konsequenzen für die ambulante Pflege sind noch unklar (mehr dazu unter Punkt 1). Auch ist noch völlig unklar, was die neue Regierung tatsächlich im Bereich Gesundheit und Pflege umsetzen wird. Allerdings steht wohl in erster Linie das Geld bzw. die Finanzierung der Systeme im Vordergrund, weniger die inhaltlichen Fragen wie zum Beispiel der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Für weitere Veränderungen dürfte also gesorgt sein.

Wir haben wieder einige aktuellen Punkte und Themen rund um die ambulante Pflege zusammengestellt, insbesondere das Thema der Kinder als Pflegepersonen (Punkt 5) verdient Ihre Aufmerksamkeit.

Auf diesem Wege wünschen wir Ihnen eine schöne Weihnachtszeit.

Viel Spaß beim Lesen.

Andreas Heiber und Gerd Nett

Inhalt

1. Simulation einer QPR-Prüfung

Die seit Juli 2009 geltende Qualitäts-Prüfungsrichtlinie (QPR), in der die Pflege-Transparenzvereinbarung Ambulant (PTVA) integriert ist, wird nun für Qualitätsprüfungen angewandt, obwohl die dazu gehörige Prüfanleitung noch nicht veröffentlicht ist. Lt. MDS soll sie jedoch in den nächsten Tagen veröffentlicht werden (wir werden sie auf unsere Homepage einstellen). Ambulante Prüfungen nach der QPR einschließlich der Schulnoten finden lt. MDS systematisch seit Oktober statt.

Die technische Umsetzung für die Schulnotenveröffentlichung ist geklärt: Die Daten der Prüfungen werden von den MDK'en direkt an die DatenClearingStelle (DCS) geschickt, der vollständige Prüfbericht geht an die Landesverbände der Pflegekassen und an die Pflegedienste. Die DCS informiert die Dienste per Mail über das Ergebnis, damit beginnt dann offiziell die 28-Tage-Frist für Korrekturen, Ergänzungen und Einsprüche. Problematisch ist, das inhaltliche Änderungen wiederum nur mit dem zuständigen Landesverband der Pflegekassen zu diskutieren sind (der ja die Qualitätsprüfung in Auftrag gegeben hat und der auch für den 'normalen' Prüfbericht einschließlich Auflagen nach § 115 SGB XI zuständig ist).

Zur eigenen 'Berechnung der Schulnoten' haben wir schon unsere Berechnungstabelle zur PTVA vorgestellt, mit der man eigenständig eine Erfassung (bei den Pflegekunden z.B. im Rahmen von Pflegevisiten) und Berechnung durchführen kann. Weiterhin bieten wir unser bewährtes Seminar "PTVA und MDK Prüfung" zur Einführung in das Thema an.

Möglich ist auch eine externe Qualitätsprüfungssimulation, die SysPra inzwischen anbietet. Die Simulationsprüfung umfasst neben den obligatorischen Fragen zur Struktur und Prozessqualität in der Einrichtung vor allem die Prüfung von 3 Pflegebedürftigen vor Ort, die durch Gerd Nett (Arzt) vorgenommen wird. Falls gewünscht, kann die Simulation auch auf 10% aller Pflegebedürftigen, max. jedoch 15 Pflegebedürftige (wie in der QPR vorgesehen) ausgedehnt werden. Sie erhalten nicht nur einen Prüfbericht nach der akutellen QPR, sondern auch eine Schulnotenberechnung sowie weitergehende Hinweise zur Entwicklung.
Termine sind allerdings erst wieder ab Mitte Dezember möglich.

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2. Leistungsänderungen 2010

Die Pflegeversicherungsreform 2008 hat die Leistungen der Pflegeversicherung in drei Stufen angehoben. Die nächste Anhebung erfolgt zum 01.01.2010. Die technische Umsetzung in der EDV dürfte weitgehend über Updates oder das Ändern der Leistungsbeträge erfolgen. Die Chancen der Umsetzung beim Pflegekunden hat Andreas Heiber in PDL Praxis 12/2009 beschrieben, die Sie hier schon vorab in Auszügen erhalten können.

Auch die von vielen Einrichtungen genutzten SysPra-Kostenvoranschläge für SGB XI Leistungen (in den Varianten für Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein) stehen nun in einer an die neuen Leistungsbeträge angepassten Version im SysPra-Online-Shop zum Kauf bereit. Diesmal handelt es um eine Version, die die Jahre 2010/2011 umfasst.

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3. Spannendes Modell mit dem Häusliche Pflege Innovationspreis 2009 ausgezeichnet

Das Problem, gute Mitarbeiter zu finden und vor allem sie dauerhaft zu behalten ist ein Problem, das fast alle Pflegedienste haben. Einen sehr innovativen Weg, dies umzusetzen hat Helmut Mensen gewagt. Der Geschäftsführer und bisherige Eigentümer des Pflegedienstes Lilienthal GmbH (bei Bremen) hat 20% seines Unternehmens an seine Mitarbeiter abgegeben. Diese sind in der Mitarbeitergesellschaft MIT-WINN organisiert. Für dieses Modell wurde der Pflegedienst Lilienthal jetzt vom Vincentz Network mit dem Häusliche Pflege Innovationspreis 2009 ausgezeichnet.

"Mitarbeiter werden nicht nur beteiligt, sie werden Teilhaber", unterstrich Laudator Andreas Heiber, Mitglied der Fachjury und Unternehmensberater. Mit der Gründung von "MITWinn" würden Unternehmensziele zu Mitarbeiterzielen, erklärt Helmut Mensen, Inhaber und Geschäftsführer des Pflegedienst Lilienthal. Über 110 Mitarbeiter zählt das Unternehmen, das mit Geschäftsstellen in Bremen, Worpswede und Lilienthal im Schwerpunkt ambulante, aber auch stationäre Pflege und einen eigenen Hausnotruf anbietet. Vier Jahre Arbeit haben Mensen und sein Team in die Gesellschaftsgründung gesteckt. "Jetzt gehören mir zwar nur noch 80% des Unternehmens. Ich bin aber sicher, dass sich dieser Schritt und die Arbeit, die alle Beteiligten investiert haben, auszahlt - sowohl für das Unternehmen als auch für jeden einzelnen ‘MIT-Unternehmer’!", ist Mensen überzeugt. Im Prozess der Gesellschaftsgründung ließ er sich von Rechtsanwälten und Banken beraten. (aus: www.Haeusliche-Pflege.Vincentz.net)

Der Vortrag über das Modell von Helmut Mensen anlässlich der Preisverleihung: MITWinn
Das Video der Preisverleihung im Rahmen der HÄUSLICHE PFLEGE Jahresgespräche 2010.

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4. Aktuelle Veröffentlichungen von Andreas Heiber und Gerd Nett

Geschäftsfeld Haushaltsnahe Dienstleistungen
Eigentlich ist das Thema nicht neu, denn der Hilfe- und Pflegebedarf der zukünftigen Pflegebedürftigen beginnt bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Trotzdem tun sich viele Pflegeeinrichtungen schwer, haushaltsnahe Dienstleistungen als strategisch wichtige Leistungen zu verstehen und sie konsequent aufzubauen. Andreas Heiber hat dazu auf den Häusliche Pflege Jahresgespräche 2010 einen Vortrag sowie einen gut besuchten Workshop moderiert, näheres hierzu in der nächsten Ausgabe der Häuslichen Pflege.

Einen weiteren Workshop mit Andreas Heiber zu diesem Thema veranstaltet der bpa Nordrhein-Westfalen am 1. Dezember in Düsseldorf. Mehr Informationen beim bpa, Geschäftsstelle NRW,
Tel. 0211/311393-0, Frau Bär oder per Mail an nordrhein-westfalen@bpa.de.

Veröffentlichungen
In der Septemberausgabe der Häuslichen Pflege hat Andreas Heiber die alte QPR 2005 und die neue QPR 2009 (mit PTVA) miteinander verglichen.

Auch die letzten Ausgaben von PDL Praxis befassten sich mit der PTVA.
PDL Praxis: 09/2009 ("PTVA: Die Kundenbefragung"), PDL Praxis: 08/2009 ("PTVA: Im Bereich Dienstleistung und Organisation muss die Note 1 stehen!"), PDL Praxis: 07/2009 ("Wie rechnet die PTVA?"), PDL Praxis: 06/2009 ("Klare Antworten auf unklare Fragen"), PDL Praxis: 05/2009 ("Transparenz durch die PTVA"), PDL Praxis: 03/2009 ("Der Kostenvoranschlag wird "verpflichtend").

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5. Interessantes

Kinder als Pfleger
Sie putzen, waschen, kochen und betreuen: Tausende von Kindern und Jugendlichen in Deutschland kümmern sich um ihre chronisch kranken Eltern.

Der Artikel in der Wochenzeitung Die Zeit (Zeit Online): "Kinder als Pfleger" schildert die schwierige Situation pflegender Kinder und deren Familien. Viele dieser Familien beziehen allein Pflegegeld, auch um die eigene Situation nicht zu öffentlich zu machen. Zumindest über die obligatorischen Beratungsbesuche nach §37 Abs. 3 müssten die Pflegedienstmitarbeiter auf diese besonderen Pflegepersonen treffen. Umso wichtiger ist es, die Mitarbeiter für dieses Thema zu sensibilisieren, um den Kindern und ihren pflegebedürftigen Eltern gezielt Entlastungen anbieten zu können.

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6. Hinweise rund um den SysPra - Newsletter

Wenn der Newsletter nicht korrekt dargestellt wird, können Sie sich hier die Online-Ausgabe auf unserer Homepage ansehen.

Wenn Ihnen der Newsletter gefällt, dann machen Sie doch auch Ihre Freunde und Bekannte darauf aufmerksam. Auf unserer Homepage kann sich jeder hierzu kostenlos anmelden.

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